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Low-Carb vs. Low-Schrott

Eine Sache, nach der ich wahrscheinlich am meisten gefragt werde, ist nach der einen richtigen Ernährung. Welches Konzept ich in meiner Ernährung verfolge, um bis ins hohe Alter fit und gesund zu sein?

Und natürlich gibt es bestimmte grundsätzliche Spielregeln in Sachen Ernährung, wie immer – aber das lässt sich nur bedingt durch ein spezielles Konzept erreichen. Wohl aber mit einer bestimmten Sichtweise. Welche? Das möchte ich dir hier versuchen zu vermitteln. Inklusive 5 sofort umsetzbarer Tipps für deine Ernährungs-Praxis.

Die Falle der Makro-Nährstoffe

Ein weit verbreitetes Konzept unserer Zeit ist ja die Einteilung unserer Lebensmittel in seine Hauptbestandteile: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette. Davon hat jeder schon einmal gehört. Und was vielleicht gut gemeint ist, endet oftmals in einer religiösen Debatte. Dabei vergessen wird gerne die Tatsache, dass wir keine Chemiker sind, die sich nach einem Baukasten ihr Essen zusammen stellen sollten. Sondern dass wir Lebewesen sind, die unserem Körper die zum Leben notwendigen Substanzen zuführen müssen!

Wer kennt nicht die vielen Ratschläge: Achte auf deine Proteine, esse weniger Kohlenhydrate, mehr Fett usw. Alles durchaus sinnvolle Hinweise – im richtigen Kontext. Aber ich beobachte immer mehr, wie das dann religiös verfolgt wird, ohne Sinn und Verstand.

Da wird dann heraus gefunden, dass verarbeitete Kohlenhydrate schlecht für den Körper sind – und schon ist es gut, gar keine mehr zu essen. Wie viele Leute im Internet den Low-Carb Nonsens verbreiten, ist schon erschreckend. Und noch erschreckender ist, dass sie nicht wissen, was sie wirklich tun. Ich sage nur: Low-Carb Kuchen…

Dadurch befördern wir unser Denken leider geradewegs in ein Gefängnis, aus dem wir dann nicht mehr heraus kommen. Nur noch die eine Richtung ist dann richtig. Womit wir uns völlig am Thema vorbei bewegen, nämlich: ganzheitlich zu essen und eben nicht die eine Fertigmahlzeit konsumieren, auf der Low-Carb steht. Und mit Chemie angereichert ist, dass es einem schwindlig wird.

Warum denken wir nicht mehr in gesunden Lebensmitteln?

Zu sagen, wir können ein Lebensmittel anhand dem optimalen Verhältnis an Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen bewerten ist so, als würden wir sagen, wir vergleichen einen Romanée-Conti Wein mit einem Fuselwein im Tetra Pack. Die Bestandteile sind womöglich nicht so unterschiedlich, aber jeder Weinkenner wird da wohl etwas anders argumentieren.

Ein Lebensmittel ist eben mehr als die Summe seiner Einzelteile (vor allem wenn man nur die großen Bauteile unterscheidet).

Die Lebensmittel-Matrix

Alles, was die Natur uns liefert, kommt mit einer entsprechenden Information für unseren Körper daher, die in seiner ganz speziellen Matrix gespeichert ist. Obwohl man lebendes Gewebe kochen, extrahieren und raffinieren kann, um die Proteine, die Kohlenhydrate oder das Fett zu extrahieren, geschieht das immer auf Kosten der anderen Bestandteile, die das ursprüngliche Lebensmittel zusammen gehalten haben.

Apfelbaum
Frisches Obst vom Baum – ohne Gift: mehr braucht dein Körper nicht!

Lebenden Organismen bestimmte Bausteine zu entreißen – wie wir es z.B. mit Mehl, Zucker oder Proteinkonzentraten machen und dann zu glauben, diese beinhalten die ursprünglichen Nährstoffgehalte, ist wie einem Menschen das Gehirn zu entfernen und dann zu glauben, es kann die Mathe-Klausur lösen.

Das ist eher Science-fiction als Wissenschaft – genau wie die Idee, hochgradig verarbeitete Lebensmittel können gesund sein.

Back to the Roots

Die Industrie ist natürlich nicht darauf aus, uns maximal zu informieren. Sondern uns durch ihr Angebot maximal zu verwirren. Wer blickt denn heute noch durch, was wirklich gut ist und was nicht? Ist das Paläo-Müsli gesünder als die Low-Carb-Variante? Beide sind wohl nicht die beste Wahl…

Es wird immer ein für jedes Ernährung-Konzept passendes “Nahrungsmittel” kreiert werden. Mit den üblichen Nebenwirkungen. Wir gehören nicht zur Elite der Lebensmittel-Konsumenten, weil wir blind einem Trend hinterher laufen. Wenn ich mir z.B. die ganzen veganen Aufstriche betrachte, die zu 80% aus mehrfach ungesättigten, raffinierten und chemisch verseuchten Pflanzenölen bestehen, wundert es mich nicht, dass viele Veganer es nicht schaffen, gesund zu leben.

Was ich damit sagen will, ist nicht dieses oder jenes Konzept ist schlecht. Sondern wir brauchen eben nicht mehr Technik, mehr Konzepte oder Chemie. Sondern weniger davon! Dafür aber wieder mehr gesunden Menschenverstand kombiniert mit etwas grundsätzlichem Wissen.

Also nicht einzelne Bestandteile, sondern ganze Lebensmittel. Wie sie in der Natur wachsen und wie wir sie schon seit Millionen von Jahren essen. Mehr Paleo geht eigentlich nicht!

Entgegen der Verwirrung

Dass es überhaupt so viele verschiedene Konzepte in der Ernährung gibt zeigt ganz deutlich die vorhandene Verwirrung und den verlorenen Bezug zur Natürlichkeit. Da wird dann genau wie in der Religion diskutiert: Aber mein Gott (egal ob Low-Carb, Keto, Vegan etc.) ist der Richtige, meine Religion stimmt, deshalb kann eure gar nicht stimmen.

Das führt dazu, dass wir unseren Blick nur noch auf die Bauteile richten. Und nicht mehr auf das Gesamtprodukt. Eben genau das, was die Lebensmittelindustrie will! Dann können wir sagen, wir essen fettarmen Joghurt, weil Fett = schlecht. Halt Moment, mittlerweile ist ja das Kohlenhydrat der Feind. Viel Fett soll es sein. Und Fleisch. Weil doch so konzentriert an Nährstoffen. Warum wir einen höheren Bedarf an Nährstoffen haben und die aus dem Gemüse nicht aufnehmen können, interessiert dann niemanden.

Mal abgesehen davon, dass unser Körper sehr wohl fehlerfrei Kohlenhydrate verstoffwechseln kann, und Fleisch für den Körper Stress bedeutet, gibt es dabei noch weitere Fallen.

Wir können z.B. Fleisch kaufen von Kühen, die mit genverändertem Mais und Soja gefüttert wurden, sich von der Geburt bis zur Schlachtung weniger bewegt haben als ein Murmeltier im Winterschlaf und dabei nie das Tageslicht gesehen haben. Auf dem Weg zur Schlachtung unter Todesangst durch kleine Gassen getrieben wurden mit dem Stressniveau höher als bei einem Pubertierenden, der zum ersten Mal ein Mädchen ansprechen will. Und dann glauben, indem wir das massenweise essen, befolgen wir die tollen Ratschläge der Paläo-Diät.

Am Besten wird dann noch mit einer Lebensmittel-Ampel in einer bunten Verpackung gekennzeichnet, wieviel Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß darin enthalten sein sollen und mit grün, orange oder rot markiert.

Nicht mehr selbst nachdenken, nur noch schön konsumieren.

Wenn wir einmal solche Absurditäten glauben, oder schlimmer noch, nur noch reflexartig danach im Supermarkt einkaufen, kriegen sie uns dazu einfach alles, was schön verpackt ist und die richtige Ampel drauf hat, zu kaufen – wahrscheinlich sogar Hundefutter.

Die einfachen Dinge machen

Bevor wir uns also mit solchen Details beschäftigen, wie der richtigen Dosis an Makro-Nährstoffen, gibt es eine andere, grundsätzlichere Sache zu beachten. Bevor du die fancy Sachen machst, verstehe die Grundlagen!

Es gibt viele Wege, seine Ernährung beziehungsweise sein Leben gesünder zu gestalten. Aber nur eine Hand voll Grundlagen!

Der erste Schritt ist wieder Zugang zu echtem, natürlichem Essen zu bekommen. Und zu seinem eigenen Körpergefühl.

Essen wir noch etwas, weil es unserem Körper gut tut? Oder nur, weil es als gesund beworben wird?

Was ich immer wieder beobachte: viele Leute versteifen sich auf die angeblich perfekte Lösung! Wollen den heiligen Gral der Ernährung (ja, ich hab das auch versucht) – nur um dann festzustellen, dass es schon wieder einen scheinbar besseren Trend gibt, der verkauft wird.

Sorry, alle anderen davor lagen dann doch falsch.

Heute wechseln die Trends in der Ernährung so schnell wie in der Modebranche. Dauernd kommt wieder ein neuer Experte ums Eck, mit einer besseren Diät. Doch genauso, wie wir uns über die Klamotten der 70er amüsieren, werden sich irgendwann unsere Enkel über unseren Stil amüsieren.

Und genauso, wie wir heute denken, die besten Ernährungsmethoden zu haben, werden die irgendwann lächerlich aussehen und neue kommen.

Doch in all der Verwirrung um Mode und Trends gab es schon immer zeitlose Klassiker – und gibt es auch heute noch. Säulen, auf die wir uns verlassen können. Ohne den Trends hinterher zu hecheln.

Mir ging es ja lange auch so; dann war ich wie ein Reh im Scheinwerferlicht – geblendet von den vielen Konzepten und starr vor Verwirrung. Dann wusste ich überhaupt nicht mehr, was ich machen sollte.

Heute mache ich eben die einfachen Sachen. Und zwar dauerhaft. Nicht die einmaligen Verfehlungen bestimmen unser Schicksal, sondern die Dinge, die wir hauptsächlich tun.

Das einzige was der Körper nämlich möchte ist:

  1. Energie
  2. essenzielle Mikronährstoffe
  3. bioaktive Substanzen

Dazu gelten zwei einfache Regeln:

  1. Wie gut funktioniert dein Motor? Also dein Stoffwechsel. Je mehr Kalorien du verbrennen willst, desto besser muss deine Auswahl sein.
  2. Was isst du? Wenn du nicht wahnsinnig viel Sport treibst, also deinen Motor auch mal nutzt, wirst du sehr genau auf die Makro-Nährstoffe deiner Nahrungsmittel achten müssen!

Jedes Ziel hat seinen Weg

Viel wichtiger als die eine perfekte Ernährung ist zunächst einmal, dass du weißt, wo die Reise hingehen soll. Was du eigentlich mit der Ernährung erreichen willst. Eine Ernährungsform ist nicht per se gesund; sondern sie liefert dir oftmals einen Kontext, in dem du dich bewegst.

Also klar, jede Extremsituation erfordert seine Interventionen. Bei mir war das damals, meine Depressionen und meine Schilddrüsen-Unterfunktion zu heilen. Dagegen gibt es erprobte Mittel, die ich dir auch versuche hier teilweise zu vermitteln. Wichtig ist dabei aber, dass du weißt, dass das bei MIR geholfen hat – also nicht einfach nur nachmachen, sondern bitte immer noch selbst etwas denken!

Entscheidend ist hier einzig und alleine, dass du die Macht erkennst, die du selbst hast; oder dass du machst – um es mal einfach auszudrücken.

Nicht aus dem Stand den Weltrekord brechen wollen. Sondern einfache Regeln aufstellen – wie mehr Obst und Gemüse essen. Und diese Regeln dann befolgst!

Ein Konzept ist immer nur so gut, wie du es dann dauerhaft umsetzen kannst.

Kurzfristige Entbehrung für langfristigen Erfolg

Eines meiner Lieblingszitate ist folgendes:

Life is easy, when you live it the hard way – and hard, when you live it the easy way!

Eben Pagen

Für mich bedeutet das, dass gesunde Ernährung eben nicht nur eine Diät ist, sondern eine Lebenseinstellung; verbunden mit den täglichen Möglichkeiten dieses Ziel zu verfolgen!

Das heißt nicht, dass wir uns täglich geißeln müssen und uns alles entsagen, was wir uns wünschen – bitte kein Extremdenken hier. Es bedeutet schlicht und einfach, dass wir oftmals vergessen, dass wir auch mal NEIN sagen können.

Nein sagen als Basis für gesunde Ernährung
Wir sind nicht unseren Umständen ausgeliefert – sondern können sie bestimmen

Scheinbar ist uns das leider abhanden gekommen. Es gibt in meinen Augen jedoch keinen Weg daran vorbei, wenn wir langfristigen Erfolg haben wollen (und das definiert jeder für sich, was hier Erfolg bedeutet), dass wir dafür kurzfristig Entbehrungen eingehen müssen.

Aber bitte deshalb nicht die jede Woche die neue Wunder-Diät aus dem nächstbesten Klatschblatt probieren. Sondern mit Maß und Ziel agieren – scheinbar zu einfach, um ein echter Tipp zu sein…

Nutze also deinen freien Willen, dass du Nein sagen kannst. Wenn du abnehmen möchtest, überdenke doch einfach mal deinen täglichen Kalorienkonsum. Oder schaue auf deinen Zuckerkonsum. Immer wenn du denkst, du brauchst jetzt Zucker, prüfe das einfach mal, indem du dem Verlangen nicht nach gehst – indem du NEIN sagst. Da gibt es kein tieferes Geheimnis 😉 Man muss nicht alles unnötig kompliziert machen!

5 sofort anwendbare Tipps

Mit diesem Hintergrund gibt es natürlich schon ein paar grundsätzliche Möglichkeiten, deinen Körper wieder etwas besser in die Spur zu bekommen.

Ich sehe das wie in der Musik: auch wenn sich die Künstler, die gerade angesagt sind, dauernd ändern, gelten für jeden Künstler die Regeln der Rhythmik!

Deshalb hier noch 5 allgemeine, aber sofort anwendbare Tipps, wie du deine Ernährung hinsichtlich deiner Gesundheit optimieren kannst.

Willst du dich besser fühlen und energiegeladener durchs Leben gehen? Du hast jeden Tag die Chance dazu! (Jedoch wirst du die Fehler, die du über Jahre gemacht hast, nicht über Nacht gutmachen können.)

#1 temporäre Kalorienrestriktion

Unser Körper ist kein Auto, das dauernd wieder frisch betankt werden muss, weil sonst der Motor ausgeht. Wir haben sogar ein sehr ausgeklügeltes Energie-Speichersystem: Unser Körperfett.

Das heißt, wir können uns gerne mal wieder an diesem System bedienen 😉

Das sage ich nicht einfach nur so, um ketzerisch zu wirken, sondern weil es wahnsinnig viele Vorteile bringt. Sogenanntes intermittierendes Fasten ist in meinen Augen die einzige Ernährungsform mit Fettverbrennungs-Garantie! Wovon der Durchschnitts-Mensch mit etwas zu viel Fett auf den Rippen immer profitieren kann.

Ein kurzer Blick in die Geschichte verrät uns, dass es für uns noch nie so einfach (das heißt körperlich anstrengungslos) möglich war, an Energie zu kommen. Wer sich also wieder seiner ganz natürlichen Mechanismen im Körper bedienen möchte, darf gerne mal diese Methode ausprobieren.

Das sieht dann z.B. wie folgt aus:

Wir kreieren uns ein Zeitfenster, in dem wir Kalorien zuführen, und eins in dem wir darauf verzichten (das Erste sollte kürzer sein als das Zweite 😉 ).

Für mich als optimal hat sich folgendes heraus gestellt: In einem Zeitraum von 8 Stunden am Tag essen und die anderen 16 Stunden wird nichts bzw. fast nichts gegessen (mal ein Apfel oder eine Grapefruit oder ein paar Aminosäuren schaden hier nicht).

Damit verhungern wir nicht und fallen auch nicht in den Unterzucker oder kippen nach drei Treppenstufen um. Unser Körper greift dann einfach auf die internen Energie-Speicher zurück!

Die ganzen Vorteile einer Diät beziehen sich weitestgehend auf das vorhandene Kalorien-Defizit. Also nicht die Art der Diät bestimmt den gesundheitlichen Effekt, sondern schlicht, dass du zeitweise weniger isst, als du verbrauchst!

Probiere es einfach aus 😉 Natürlich wie immer langsam heran tasten. Vielleicht mal das Frühstück weg lassen, oder zwei Stunden nach hinten schieben. Ein Kaffee am Morgen kann da sehr hilfreich sein (aber bitte ohne Butter drin).

Damit mimen wir einen temporären Fastenzustand, in dem der Körper die Möglichkeit hat, mal wieder für Ordnung zu sorgen. Du kennst es vielleicht aus deiner Wohnung – nichts ist so anstrengend wie Ordnung zu halten; vor allem wenn dauernd wieder neuer Dreck anfällt. Also einfach mal den Nachschub an Dreck reduzieren, dann kann der Körper aufräumen – heißt dann hier Autophagie; und ist in der Wissenschaft DIE Möglichkeit, sein Leben zu verlängern!

#2 Fokussiere Gemüse und Obst

Wir brauchen neben Energie vor allem Nährstoffe in unserem Körper. Unser Stoffwechsel funktioniert nur, wenn wir Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe konsumieren. Nur dann fühlen wir uns fit und leistungsfähig. Nebenbei schmelzen dann auch unsere Fettreserven.

Und wo finden wir diese Stoffe im Überfluss? Überraschung: in Obst und Gemüse!

Je mehr Gemüse und Obst ich in meine Ernährung integriert habe, desto gesünder wurde ich. Hatte mehr Energie und eine bessere Denkleistung. Und gleichzeitig weniger Gewicht, weniger Krankheiten und vor allem eine stärkere Psyche.

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich finde das sind recht angenehme Nebenwirkungen 😉

Den Hauptbestandteil meiner Ernährung bilden mittlerweile pflanzliche Nahrungsmittel – und zwar mit großem Abstand.

Doch um dich nicht nur an die mahnende Stimme deiner Eltern zu erinnern – “iss dein Gemüse, dann wirst du stark!” – darf ein bisschen wissenschaftlicher Hintergrund hier natürlich nicht fehlen:

Niemand stirbt wegen dem Alter – sondern wegen Krankheiten! (Hauptsächlich Herzinfarkte). Und dies liegt ganz maßgeblich an dem, was wir täglich in unseren Körper befördern; also auch unser Essen. Unsere Ernährung ist ein entscheidender Faktor, wie lange und gesund wir leben.

Mit einer pflanzenbasierten Ernährung lassen sich folgende Krankheiten vermeiden, oder sogar heilen:

  • Herzinfarkte
  • Lungenkrankheiten wie Lungenkrebs, Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Schlaganfälle und Alzheimer
  • Darmkrebs
  • infektiöse Erkrankungen wie AIDS, Malaria, Tetanus, Masern…
  • Diabetes
  • hoher Blutdruck
  • Leberkrankheiten wie Fett-Leber
  • Blutkrebs
  • Nierenversagen
  • Brustkrebs
  • Prostata-Krebs
  • Parkinson

Die Liste Liese sich noch fortsetzen – und die Heilung oder Vermeidung ist wissenschaftlich erwiesen!

Also sag Ichs doch: ISS DEIN GEMÜSE!

Natürlich auch hier wieder aus so “sauberen” Quellen wie möglich, was zum nächsten Punkt führt.

#3 Esse natürlich

Es ist tatsächlich so einfach wie es klingt: esse Nahrung in ihrem natürlichen Zustand! Ein Apfel ist natürlich – Leberkäse nicht 😉

Außerdem darf auch hier wieder der gesunde Menschenverstand greifen, heißt also, wir sind nicht dafür gemacht, massenhaft Körner, Nüsse, Samen, Bohne (dazu zählt auch Soja) zu essen – um sich vor Fressfeinden zu schützen bleibt diesen Pflanzen nichts anderes übrig, als sich mit Phytinsäure zu schützen, was die Aufnahme von Mikronährstoffen hemmt.

Die einfache Regel ist: musst du es bearbeiten, bevor du es essen kannst? Dann ist es wohl nicht primär dafür gemacht, dass wir es essen. Ein Löwe muss seine Gazelle nicht sous-vide garen, nur als Beispiel.

Deshalb können folgende Lebensmittel die Grundlage deiner Ernährung darstellen:

  • Gemüse/Früchte/Salat als Basis (in Bio-Qualität, wenn möglich immer roh)

Als Ergänzung:

  • unverarbeitete stärkehaltige Lebensmittel (Süßkartoffel/Buchweizen/Kartoffel/Wurzelgemüse/Bohnen usw.)
  • Eier (Freiland ohne Hormone – am Besten bio)
  • Butter/Olivenöl/Kokosfett/MCT-Öl
  • Innereien wie z.B. Leber (1-2x die Woche 100g)
  • Honig (ungefiltert, nicht erhitzt)
  • fermentiertes Gemüse wie z.B. Sauerkraut
  • Milchprodukte (vorzugsweise aus Rohmilch, ich bevorzuge eher Schaf- und Ziegenkäse als Kuhmilch; aber nur wenn du es verträgst)
  • Nüsse und Samen (am Besten Macadamia, Cashew und Haselnuss, gerne auch gekeimt oder in Wasser eingelegt, und Sesamsamen, Sonneblumenkerne, Kürbiskerne, Leinsamen)
  • frische Kräuter oder Gewürze wie Zimt, Kurkuma, Ingwer und schwarzer Pfeffer

Ergänzen kannst du das ganze durch schwer zu bekommende Mikronährstoffe (Blutwerte bestimmen lassen!!). “Gängige Mängel” sind Vitamin A und D, Magnesium, Jod, Selen, Kupfer, Zink, Eisen.

Außerdem bietet sich immer ein Spielraum für “Eskapaden” – das heißt nach dem 80/20 Prinzip kannst du z.B. am Wochenende gerne mal Pizza, Pasta, ein Stück Kuchen oder sonstige “ungesunde” Leckereien genießen.

Aber wenn du wirklich mal erkennst, wie vielfältig die Pflanzenwelt ist, und wieviel besser es dir damit geht, wirst du nicht mehr so oft den Drang nach solchen “Leckereien” verspüren.

#4 Schlaf – das bessere Fasten

Im Stoffwechsel-Buch von edubily (kann ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen) lesen wir:

Nachts genießt du ein ideales Milieu, um Fettsäuren zu verbrennen: Nachts ist die Wachstumshormon-Konzentration am höchsten und Wachstumshormon setzt Fettsäuren frei. Im Gegensatz zu dem Fasten ist der Schlaf aber nicht zehrend, sondern das Gegenteil davon, regenerierend und aufbauend.

Buch: Stoffwechsel beschleunigen, Chris Michalk und Phil Böhm

Und das vollkommen anstrengungsfrei. Gibt es dazu noch mehr zu sagen? Vielleicht noch ein paar Tipps, wie die Schlafqualität verbessert werden kann:

  • morgens nach dem Aufstehen direkt dem Sonnenlicht aussetzen (fördert die Melatonin-Bildung am Abend)
  • eine gute Versorgung mit Magnesium und Zink
  • die Aminosäure L-Tryptophan (Baustein des Melatonin)
  • tagsüber körperlich auspowern!
  • in den letzten zwei Stunden vor dem Schlafen das “blaue Licht” reduzieren oder meiden (das heißt Smartphone, TV aus – es gibt auch Bücher)
  • Dunkler und leiser Schlafraum (Ohrstöpsel und Schlafmaske helfen)
  • frische Luft im Schlafzimmer

Je mehr du dann schläfst, desto länger ist natürlich die Zeit in der Fett verbrannt wird. Gleichzeitig steigen deine Leptin-Werte, also das, was dich satt fühlen lässt. Du wachst also nicht mit Heißhunger auf und kannst dein morgendliches Fasten durchziehen 😉

#5 Fürchte nicht die Kohlenhydrate

NEIN Kohlenhydrate sind nicht der Feind!!! Sie sind sogar dein Freund! Aber genau wie du dir deine Freunde genau aussuchst, so solltest du auch deine Kohlenhydrate genau aussuchen. Eben nicht die überzuckerten Industrie-Pseudo-Nahrungsmittel. Die mit Chemie aufgemotzt sind, und die wir so gerne in uns stopfen.

Kohlenhydrate sind die bevorzugte Energie-Quelle deines Körpers. Isst du keine Kohlenhydrate, muss dein Körper sie umständlich aus anderen Quellen wie Fett und Protein selbst herstellen. Warum den Umweg gehen, anstatt sie direkt zu essen?

Mein ehemaliger Sportarzt (immerhin Betreuer von Athleten wie Jan Ullrich) hat mir immer wieder gesagt, wenn ich etwas an Kampfgewicht verlieren sollte: “Fett verbrennt im Feuer der Kohlenhydrate”.

Wir müssen also die richtigen Kohlenhydrate essen – und sie dann auch verbrennen! Nur auf der Couch sitzend werden selbst Früchte gefährlich 😉

Verstanden hatte ich das lange Zeit nicht – ich dachte ich muss sie weglassen, um mich auszumergeln, einen optimalen Fettstoffwechsel zu haben. Dass ich mich dabei oftmals elend fühlte und mich unnötig gequält habe, konnte ich wegen meiner dogmatischen Denkweise damals nicht verstehen. Heute besteht meine Ernährung zu mindestens 70% aus Kohlenhydraten und mir geht es besser, denn je!

Was ich damit sagen will:

  • fürchte dich nicht vor Kohlenhydraten. Sondern achte auf die richtige Quelle! Früchte und Gemüse gehen immer. Stark industriell verarbeitete Kohlenhydrate sind eher tabu. Ein Sauerteigbrot wird dich aber nicht umbringen! Oder eine Kartoffel, Karotten, Bohnen etc.
  • Zucker kann ein schneller Energie-Lieferant sein, gerade im sportlichen Kontext, trotzdem würde ich versuchen, ihn zu reduzieren. Gerade Industrie-Nahrung ist überfrachtet mit allen möglichen Spielarten des isolierten Zuckers. Weniger als 25g pro Tag sind sicherlich eine erstrebenswerte Grundlage. Honig ist mein absoluter Favorit, wenn es um süße Nahrungsmittel geht. Alternativ auch gerne Datteln, Feigen etc.
  • Gute Kohlenhydrat-Quellen enthalten Ballaststoffe – und sind von der Natur gemacht; so essen wir (Spezies Mensch) sie schon seit mehr als einer Million Jahre!

(#6 Gesunde Ernährung bedeutet auch gesunder Lebensstil)

Natürlich könnte ich an dieser Stelle noch mehr Details anbringen, z.B. bei Lebensmittel auf die Verdaubarkeit zu achten, den Säure-Basen-Haushalt. Oder generell die Zufuhr von Fetten zu begrenzen, wenn du eher etwas mehr Körperfett hast.

Wichtiger ist mir aber die Basis: einen gesunden Lebensstil zu pflegen, anstatt nur phasenweise deine Ernährung gesund zu gestalten.

Das heißt für mich:

  • ausreichend Bewegung in der Natur und in der Sonne!
  • Freunde treffen
  • nichts perfekt machen zu wollen, sondern ein paar Dinge, die dir gut tun, konsequent!
  • auch mal öfter nicht ans essen denken und den Körper machen lassen (und das vielleicht mit Unterstützung von Freunden?)
  • regelmäßig bewegen, Spazieren gehen, das Rad nehmen, Krafttraining oder hochintensives Training (Intervall, Maximalkraft, Sprints)
  • ausruhen, wenn ich müde bin, auch mal entspannen können und einfach nichts tun!

Fazit

Ich hoffe es wurde dir klar, dass wir uns in unserer Ernährung nicht in ein enges Korsett in Form von einem Konzept zwängen müssen, um ein gesundes, aktives Leben führen zu können. Es gilt eher, ein paar grundsätzliche Spielregeln zu beachten, und das mit möglichst viel Genuss und etwas Konsequenz umzusetzen!

Wenn du eine Message hier mitnehmen kannst, dann bitte, dass deine Gesundheit oftmals schon alleine durch die Tatsache, dass du regelmäßige Ess-Pausen integrierst, eine Verbesserung erfährt. Also schlicht und einfach mal nichts essen. Ein paar Stunden, oder für die hart gesottenen, einen ganzen Tag.

Wenn du es dann noch schaffst, ausreichend natürliche Lebensmittel zu dir zu nehmen, deine Mikronährstoffe zuzuführen und so toxinarm wie möglich zu essen, steht einem energiegeladenen Leben nicht mehr so viel im Weg.

Grundsätzlich wird sich das auf alle deine Lebensbereiche auswirken: du wirst konzentrierter sein, mehr Bewegungsdrang verspüren und besser schlafen. Alles Faktoren, die dein Leben positiv verändern.

Ganz wichtig ist mir, dass ich hier nicht irgendwelche Diät-Formen schlecht reden will, sondern dass du erkennst, dass diese nur kurzfristige Interventionen darstellen. Manche Lebensumstände bedürfen solcher Interventionen – klar. Erhebe sie nur nicht zur Religion 😉

Ernährung darf auch Spaß machen!

Dein Coach-Kern

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