Diät,  Ernährung,  Körper

Diäten – warum sie scheitern – und was du wissen musst, um dauerhaft abzunehmen!

Diäten haben laut dem Boston Medical Center eine Erfolgsrate von 5%. Trotzdem gibts es jede Woche gefühlt eine neue Wunder-Diät. Die Chancen sind groß, dass du schon ein- oder mehrmals eine Diät ausprobiert hast. Das Angebot ist ja mehr als reichlich; die Atkins-Diät, die Blutgruppen-Diät, die Clean-Eating-Diät oder die “Namen-hier-einfügen”-Diät. Wahrscheinlich hast du dabei sogar etwas Gewicht verloren – aber dauerhaft?

Warum das nicht klappt, was du zunächst einmal verstehen musst, und Anregungen, wie du dich aus dem Dilemma befreien kannst, erfährst du hier!

Du bist nicht allein

Abnehmen ist doch leicht – ich habs schon hundertmal geschafft.

Kommt dir dieser Satz bekannt vor? Immer und immer wieder versuchen wir ein paar lästige Pfunde loszuwerden, nur um danach mit dem alten Gewicht oder sogar mehr auf den Rippen zu enden. Du bist dabei aber in “guter” Gesellschaft – lediglich 5% der durchgeführten Diäten haben tatsächlich einen dauerhaften Gewichtsverlust zur Folge. Dabei haben laut einer Umfrage 82% der Befragten in den letzten zwei Jahren eine Diät zur Gewichtsabnahme gemacht (1). Wenn man die Zahl der übergewichtigen Personen in Deutschland betrachtet, eigentlich eine gute Sache (2).

 

Bei einer derart miserablen Erfolgsquote stellt sich aber natürlich die Frage, ob Diäten von vornherein zum scheitern verurteilt sind? Oder sind sie nur den 1% der Menschen mit einer übermenschlichen Willenskraft vorenthalten?

Nun ja, Diäten an sich können dir schon helfen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie sind eine Möglichkeit, um Gewicht zu verlieren. 6 von 7 übergewichtigen Menschen schaffen es, mit einer Diät abzunehmen. Aber 85 bis 95% dieser Menschen scheitern dann daran, dieses Gewicht auch dauerhaft zu halten. Und enden danach sogar mit mehr Kilos auf der Waage als davor.

Das wahre Problem mit Diäten

Bevor du jetzt aber alle Selleriestangen aus dem Fenster wirfst und dich auf das nächste Schlemmermenü stürzt – weil es ja eh nichts bringt – zunächst einmal warum das so ist. Das Thema Diäten ist ein extrem ausgeklügeltes Marketing-Konstrukt, und wenn du es nicht durchschaust, wirst du dich daraus nicht befreien können.

Dies beginnt damit, dass wir natürlich völlig falsch informiert werden, was wirklich gut ist; und was nicht. Eine Diät wird immer danach beworben, wieviel Gewicht wir in einer bestimmten Zeit damit verlieren können. Ohne die Hintergründe zu beachten. Und wir stürzen uns auf die Diät, die den größtmöglichen Gewichtsverlust in kürzester Zeit verspricht. Da die Diät bei uns als anstrengend assoziiert ist, eine logische Wahl. Möchte man meinen.

Dabei ist ja nicht das reine Abnehmen das Problem, sondern das Halten des neuen Gewichtes!

Denn wir sehen Diäten zu oft als temporär an. Nach dem Schema: Wir können zunächst einmal essen was wir wollen, und wenn dir dann etwas abnehmen wollen, können wir mit einer Diät entgegen steuern. Kurz mal etwas ändern, um das die ganze Zeit versäumte wieder auszugleichen. Auch das ist nur allzu menschlich, jedoch auch schon der Hauptteil des eigentlichen Problems.

Du kannst nicht das Unkraut entfernen, indem du es nur stutzt. Es wird wieder nachwachsen. Du musst es mit der Wurzel entfernen.

Natürlich klingt das unpopulär – weil es eben mehr Anstrengung bedarf und länger dauert. So wird es uns zumindest immer wieder suggeriert. Eine Diät ist Verzicht, und Verzicht ist anstrengend! Wir stehen mehr auf die schnellen Lösungen.

Aber nur wer eine Diät, oder das Erreichen seines Wunschgewichtes generell als Anstrengung ansieht, wird sich ewig in dem Hamsterrad aus Diät und Schlemmen befinden. Und somit ein guter Kunde bleiben. Und die Marketing-Falle schnappt zu.

Was meine ich mit Marketing-Falle?

Unser Körper lässt sich nicht austricksen

Über Jahrmillionen hat sich unser Körper zu dem entwickelt, was er heute ist. Und auch wenn es dir durch geschicktes Marketing so suggeriert wird – er lässt sich nicht auf dem Weg zum Abnehmen austricksen.

Unser genetischer Code ist auf Überleben programmiert. Das heißt, alles was dem Überleben scheinbar entgegen wirkt, wird auf autonomer (also automatischer) Ebene verhindert.

Das Körperfett ist dabei als überlebenswichtig abgespeichert. Geht es dem Körper also, z.B. durch Diäten an die Fettreserven, wird auf Notfall umgeschaltet und versucht dies zu verhindern. Warum wir eine ausgesprochen sensible Wahrnehmung für kalorienreiche Nahrung entwickeln. Auf einmal ist alles, was wir uns vorher so mühsam verboten haben, wieder unglaublich verlockend.

Die zweite Falle schnappt zu!

Gleichzeitig strapazieren wir durch unsere Anstrengungen unsere Willenskraft. Und da diese sehr schnell erschöpft ist, gerät dies zu einem Bumerang, der uns schneller wieder die Kilos auf die Rippen bringt, als wir schauen können. Wir stressen uns selbst durch die hohen Erwartungen, die wir haben. Wir müssten eigentlich, oder sollten zumindest. Puh…

Eine auf Verzicht ausgelegte Methode, wie sie die Diät darstellt, muss also nicht nur nach hinten los gehen. Sie hat auch noch einen weiteren negativen Effekt: Wir glauben, wenn wir unsere utopischen Ziele nicht erreichen, einfach nicht stark genug zu sein und werfen das Handtuch, bevor wir überhaupt Ergebnisse erreichen können.

Frust durch Diät
Hast du es mal wieder nicht geschafft eine Diät durchzuziehen?

Wir sabotieren damit aktiv unser Selbstwertgefühl, was ja ohnehin durch die ewigen Vergleiche mit den Topmodels und Spitzensportlern angeknackst ist. Dir wird mit der Diät also nur scheinbar die Lösung des Problems angeboten. In Wirklichkeit wirst du damit in einem Teufelskreis gefangen.

Was ist also die Alternative zu diesem Teufelskreis?

Die Basis jeder Diät

Ich muss zugeben, ich war auch lange in dieser Falle gefangen. Ich hatte zwar nie großartige Gewichtsprobleme – dank meiner Vergangenheit als Leistungssportler. Aber auch da hätte ich eine deutlich bessere Ernährung haben können, als ich sie wirklich hatte.

Das perfide dabei war, ich wusste sogar, wie diese auszusehen hatte. Ich hätte sogar durch die bessere Leistungsfähigkeit, die eine bessere Ernährung bedeutet hätte, einen großen äußeren Motivator gehabt. Trotzdem hat es immer nur phasenweise geklappt. Und auf jede Phase des Erfolgs folgte automatisch eine, in der ich komplett gegen meine neuen Ernährungsgrundlagen gegessen habe.

Es hat dann leider noch eine Zeit gedauert, bis ich meinen tatsächlichen Fehler entdeckte:
Ich habe es nie für eine langfristige Änderung, sondern für den kurzfristigen Effekt getan. Dabei habe ich meine Motivation und meine Willenskraft komplett aufgebraucht. Und bin danach wieder entkräftet meinen alten Programmen gefolgt.

Erst als ich mein absolutes Warum dabei entdeckt hatte, habe ich es geschafft, eine dauerhafte Änderung einzuleiten. Ich war von innen heraus motiviert, ich wusste warum ich das alles mache!

Und dieser Prozess ist jetzt auch nach mehreren Jahren noch nicht abgeschlossen. Ich sehe es vielmehr als lebenslangen Prozess an.

Gesunde Ernährung ist eine Lebenseinstellung – keine Diät

Bevor du dich jetzt entmutigen lässt und denkst, toll ein lebenslanger Prozess, das hat mir gerade noch gefehlt, lass mich dir genauer erklären, was das bedeutet.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unser Wohlfühlgewicht erreichen können – gerne auch mit Hilfe einer Diät. Aber den Rest des Weges können wir eben auf diese Weise nicht gehen. Niemals können wir durch reinen Verzicht unser Gewicht halten! Dafür werden wir einfach zu sehr täglich mit allen möglichen und unmöglichen Versuchungen konfrontiert!

Es bedarf einer Änderung der Lebenseinstellung. Und diese kann wie gesagt nur durch innere Motivation, also dein eigenes Warum, erreicht werden. Da dies nur schrittweise geht, und wir auf schnelle Erfolge gepolt sind, klingt das mühsam. Ist es aber nicht – im richtigen Kontext.

Du musst gesund leben, um abzunehmen. Und nicht abnehmen um gesund zu leben!

Dein Warum dient dir als Wegweiser. Du musst dich nicht motivieren
Wenn du weißt warum du etwas tust musst du dich nicht motivieren

Dein ganz persönliches Warum dient dir dabei nur als Nordstern, als Navigationshilfe. Du weißt warum du es tust, und alle weiteren Schritte sind nur noch die logische Folge.

Dann handelst du nicht weil du es musst, sondern weil du es willst. Ich gebe zu, dass dazu etwas innere Arbeit notwendig ist. Es geht nunmal nicht über Nacht. Du wirst dadurch auch keine 5 Kilo in 5 Tagen verlieren. Du wirst jedoch das Projekt viel langfristiger, und gleichzeitig stressfreier anlegen.

Das bedeutet auch, du brauchst nicht den sofortigen Erfolg, weil du weißt, dass du dich auf dem richtigen Weg befindest.

Praktische Tipps für deinen Weg

Wenn du es also wirklich ernst mit deiner Gesundheit meinst – und ich nehme an das tust du, sonst wärst du nicht mehr hier – dann will ich dir natürlich noch ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben, wie du deinen Weg erfolgreicher gestalten kannst.

Tipp #1: Die 5 Warum-Methode

Diese Methode kommt eigentlich aus dem Automobilbau. Aber sie ist für unsere Situation ebenfalls enorm bereichernd, wenn sie richtig eingesetzt wird.

Der Ablauf ist schnell erklärt. Aber es steckt viel dahinter. Wenn du dir wirklich die Zeit nimmst, die Fragen gewissenhaft zu beantworten, bist du deinem persönlichen Warum sehr viel näher.

Wir nehmen jetzt hier einmal das Beispiel abnehmen und untersuchen es mit der 5 Warum-Methode.

Die Ausgangslage ist klar: ich will Gewicht verlieren.
Also frage ich mich:

  1. Warum will ich Gewicht verlieren? Weil ich mich dann besser fühle.
  2. Warum fühle ich mich dann besser? Weil ich es mir als Ernährung-Coach nicht leisten kann, zuviel zu wiegen.
  3. Warum denke ich, dass ich nicht zuviel wiegen darf? Weil ich dann nicht die nötige Professionalität ausstrahle.
  4. Warum meine ich, Professionalität ausstrahlen zu müssen? Weil ich nur dann ein Vorbild für die Kunden bin.
  5. Warum will ich ein Vorbild für die Kunden sein? Weil sie dann von meinen Erfahrungen und von mir lernen können, was meine Definition von einem Coach ausmacht.

Demnach ist es für mich als Coach essenziell, ein Vorbild zu sein, und das zu leben, worin ich dir helfen will. Dies ist in der Folge mein Warum, an dem ich mein Handeln ableite.

Natürlich kann ich auch noch weiter gehen und mich fragen, warum ich denn unbedingt helfen will usw. Die Methode ist nicht auf 5 Fragerunden begrenzt. Du kannst sie jedoch dann abbrechen, wenn du an den Punkt kommst, von äußeren Gründen auf innere gestoßen zu sein. Hätte ich nach den ersten 4 Fragen abgebrochen, hätte ich nur äußere Gründe verfolgt. Was natürlich absolut nicht zielführend ist. Jetzt weiß ich aber, dass solange ich Coach sein will, mir dies als Grund für eine gesunde Ernährung und ein angemessenes Gewicht dient.

Tipp #2: Entwickle Spaß an der Reise

Unser Leben ist kurz – und wir haben nur das Eine. Deshalb genieße es. Seh es bitte nicht als Zwang oder Strafe an – genieße den Weg. Schätze die kleinen Erfolge und Etappenziele. Wir verlieren uns zu oft in Aufgaben und Pflichten, wollen vieles perfekt meistern und vergessen dabei, dass niemand Buch führt über unsere Fehler.

Wir bekommen leider von Kindesbeinen an beigebracht, das Leben hat hart zu sein. Ohne Fleiß kein Preis. Und dann nehmen wir das den Rest unseres Lebens so hin, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, das zu hinterfragen.

Ein gesundes Leben und Genuss müssen aber absolut nicht in Widerspruch zueinander stehen. Wenn du es als harte Arbeit ansiehst abzunehmen, und nicht als Spaß und Erfüllung, dann gehst du es noch falsch an!

Freue dich daran, dass du es drei Tage geschafft hast, morgens mit einem gesunden grünen Shake in den Tag zu starten. Genieße das Gefühl, die Kontrolle über deine Ernährung zu haben – und nicht mehr sie über dich.

Meine Ernährung gehe ich nach der Pareto-Methode an. An 6 von 7 Tagen in der Woche folge ich so gut es geht meinen gesunden Grundsätzen. Und am 7. Tag genieße ich es bewusst, diese auch einmal fallen zu lassen und nach Lust und Laune zu schlemmen.

Ich gehe mit Freunden essen und verblüffe sie, dass ich eben mal nicht das gesunde Gericht auswähle. Sei gnädig mit dir und verzettle dich nicht in Zwängen. Lass Fünfe grade sein. Gebe dir genau das Gefühl, dass du dir durch deine neue Einstellung erhoffst.

Unser Leben ist kurz – und wir haben nur das Eine. Genieße es!

Tipp #3: Umgang mit Rückschlägen

Im Buddhismus gibt es das Konzept des “starting-over”, also des Wiederbeginn nach einem Scheitern. Wenn ein Versuch nicht klappt, wird nicht damit gehadert, sondern einfach wieder von neuem begonnen.

Leider sind wir auf diesem Gebiet oftmals nicht ganz so gnädig mit uns selbst. Meiner eigenen schmerzlichen Erfahrung nach verbringen wir viel Zeit und Energie mit Selbstvorwürfen, nachdem wir gescheitert sind. Ich kann dir hier nur raten, tu das nicht…

Es wird nämlich Rückschläge geben, selbst mit dem ausgeklügelsten System. Auch der beste Computer stürzt einmal ab. Selbst das teuerste Auto hat einmal eine Panne. Erlaube es dir also auch.

Und beginne wieder von neuem, anstatt dich selbst vor Gericht zu stellen und nach allen Regeln der Kunst selbst zu verurteilen!

Tipp #4: Sei dir nicht zu schade, Unterstützung zu holen

Ich weiß, es ist bestimmt nicht jedermanns Sache, sich so eingehend mit seiner Ernährung zu beschäftigen. Ohne das richtige Wissen oder Umfeld kann der Weg jedoch sehr steinig werden. Wenn du nur nach dem trial & error Verfahren vorgehst sind wahrscheinlich mehr Rückschläge als nötig die Folge.

Manchmal brauchst du eine grundsätzliche Neuausrichtung, manchmal einen speziellen Rat für deine Situation, manchmal vielleicht nur einen kleinen Arschtritt. Und manchmal auch nur die Bestätigung, dass du noch auf Kurs bist.

Ich habe jahrelang versucht, auf eigene Faust diesen Weg zu gehen. Aus heutiger Sicht teilweise verschwendete Zeit. Ich hätte deutlich schneller mein jetziges Energieniveau und Lebensglück erreichen können.

Deshalb mein Tipp: wenn du alleine nicht weiter kommst, sei dir nicht zu schade, dir auf dem Weg Hilfe zu holen. Und Nein, das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern es zeugt von deiner Entschlossenheit und der Wichtigkeit, die du dir selbst einräumst. Das ist wahre Selbstfürsorge.

Fazit

Die gängigen Vorgehensweisen, wenn es um das Thema Diät geht, sind leider nicht nur nicht zielführend. Sie sind sogar absolut kontra-produktiv.

Eine Diät hilft dir nicht dabei, dich dauerhaft in deinem Körper wohlfühlen. Sonst hätte sie eine größere Erfolgsrate als 5%. Unser Körper lässt sich nicht austricksen. Jahrmillionen der Evolution haben da etwas dagegen.

Du solltest also auf deinem Weg zunächst einmal an der Basis ansetzen. Kenne dein Warum. Es wird dich auf dem Weg zu einer neuen Lebenseinstellung leiten. Mache nicht die gleichen Fehler wie ich. Folge deinem neuen Weg mit Ausdauer und vor allem Spaß.

Und denke daran: es ist nie zu spät für einen gesunden Körper voller Energie.

Viel Spaß auf der Reise

Dein Coach-Kern


Quellen:
(1) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1658/umfrage/diaet-zur-gewichtsabnahme-in-den-letzten-2-jahren/
(2) https://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta345_bericht_de.pdf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.